Gemeinsam Leben und Lernen e.V. Düsseldorf: Wer wir sind und was wir wollen

Wir sind Eltern und Freunde von Menschen mit Behinderungen aus dem Raum Düsseldorf.

Als Bündnispartner von Triplet e.V. setzen wir uns dafür ein, dass unsere Kinder und Freunde in allen Lebensbereichen ohne Ausgrenzung mit Nichtbehinderten zusammen leben und lernen können. Insbesondere wollen wir den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung in Düsseldorf ausbauen.

Denn schließlich werden in vielen anderen europäischen Ländern schon längst Kinder mit Behinderungen gemeinsam mit nicht-behinderten Kindern selbstverständlich und erfolgreich unterrichtet. Auch haben zahlreiche Untersuchungen ergeben, dass alle Beteiligten von einem inklusiven Schulsystem profitieren: Kooperative Unterrichtsformen vertiefen das Sachwissen „normal“ entwickelter Kinder und fördern in hohem Maße deren soziale Kompetenzen. Kinder mit Behinderungen hingegen werden durch das Vorbild der anderen selbstständiger und lernen mehr als auf Förderschulen, die sie in Schonräumen vom „normalen“ Gesellschaftsleben ausgrenzen.

Seit der Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention im März 2009 ist ein inklusives Bildungssystem kein Gnadenakt mehr, sondern Völkerrecht. Doch trotzdem werden auch in unserer Landeshauptstadt noch immer Kinder mit sogenanntem sonderpädagogischem Förderbedarf gegen den Willen ihrer Eltern auf Förderschulen unterrichtet.

Wir jedoch lehnen das Sortieren von Menschen – insbesondere von Kindern – ab.

Erfahrungen zeigen: Vielfalt bereichert uns! Es ist normal verschieden zu sein.

Inklusion verstehen wir als die selbstverständliche Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft, d.h. in Familie, Kindergarten, Schule, Beruf und Freizeit von an Anfang an. Ungeachtet der Schwere und Art der Behinderung sollen unsere Kinder gemeinsam mit anderen Kindern aufwachsen lernen, wohnen und arbeiten können.

Als Verein sehen wir uns als Sprachrohr, um in der Öffentlichkeit unsere Anliegen zu vertreten. Nur gemeinsam sind wir stark genug, um das Recht auf Teilhabe an der Gesellschaft einzufordern.

12 Kommentare

  1. Rafik sagt:

    Können Sie mir sagen, wo ich eine Liste der integrativen Grundschulen in Düsseldorf finde?

    Vielen Dank im Vorraus!

  2. Dagmar Tiedge sagt:

    Lieber Interessent,
    diese Liste können sie beim Schulamt Düsseldorf erhalten. Es gibt insgesamt 8 Grundschulen in Düsseldorf, die gemeinsamen Unterricht (=GU) anbieten. Dabei fällt auf, dass der gemeinsame Unterricht rechtsrheinisch nur auf der Grundschule Heerdter Landsttraße angeboten wird. zudem gibt es fast nur Plätze für Kinder mit dem Förderschwerpunkten “Lernen”, “Sprache” und “Emotionale Entwicklung”, Kinder mit dem Förderschwerpunkt lernen werden -so weit mir dies bekannt ist – vorrangig in der Grundschule Leuthenstraße (Eller) und vereinzelt auf in der Wichernschule, Brorsstraße (Unterbach) beschult.
    Da mir selbst fast alle Schulen bekannt sind, können Sie gerne mit mir weiter in Kontakt bleiben.

    Mit freundlichen Grüße n

    Dagmar Tiedge
    1.Vorsitzende von Gemeinsam leben und lernen, e.V. Düsseldorf

  3. Dagmar Tiedge sagt:

    Ich muss mich noch einmal verbessern:
    Es handelt sich um den Förderschwerpunkt “Geistige Entwicklung”, der nach meinem Kenntnisstand nur an den besagten beiden Grundschulen angeboten wird.

    Lg
    Dagmar Tiedge

  4. Claudia Müller sagt:

    Mein Sohn sei nicht GU-fähig laut der Klassenlehrerin vom Rather Markt. Sein Fördeschwerpunkt liegt bei “Emotionale Entwicklung und motorische Entwicklung”. Nun suche ich eine neue GU-Grundschule in Düsseldorf. Aber ich glaube alle Plätze sind besetzt. Welche GU-Schule kämme in Düsseldorf dafür in Frage? Ich möchte nicht das mein Sohn auf die e-Schule kommt!
    Claudai

  5. Dagmar Tiedge sagt:

    Liebe Frau Müller,

    ich weiß, dass die Grundschule Flurstraße grundsätzlich Plätze anbietet. Ob es dort noch freie GU-Plätze gibt, kann ich jedoch nicht sagen und dies liegt zudem natürlich außerhalb meiner Entscheidungsrechte.

    Im Grunde genommen ist die Schulrätin, Frau Nussbaum (Schulamt Düsseldorf) für die Verteilung der Plätze zuständig. Wenn Sie möchten, können wir gerne auch telefonieren. Meine Telefonnummer ist 784635.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dagmar Tiedge

  6. Monika Großhanten sagt:

    Sehr geehrte Frau Tiedge,
    unsere Tochter Lisa, 8 Jahre, wurde 2009 in die Eduard-Dietrich-Grundschule in Ratingen mit sonderpädagogischem Förderbedarf eingeschult. Die Förderschwerpunkte waren Lernen und Soziale und Emotiohnale Entwicklung. Letztes Jahr wurden wir im März damit konfrontiert, daß der Förderschwerpunkt auf geistige Entwicklung geändert werden müsste, da Lisa nicht genug lernen würde. Mehrfache Testungen an verschiedenen Stellen, sagten aus, daß einmal beim Schulpsychologischen Dienst in Ratingen eine schwere Lernbehinderung vorläge. Bei SPZ in Kaiserswerth wurde direkt eine geistige Behinderung diagnostiziert. Lange Rede kurzer Sinn, der Förderschwerpunkt wurde vom Schulamt Mettmann auf Geistige Entwicklung umgeschrieben. Die Schule hat uns zuvor nahegelegt, Lisa direkt in Ratingen zur Helen-Keller-Schule zu schicken. Seit Ende Februar hat Lisa eine Integrationshelferin. Montag mußte ich sie von der Schule abholen, weil sie ein Kind geschlagen hat. Wir wissen jetzt nicht mehr weiter. Lisa besucht jetzt die dritte Klasse und unser Wunsch wäre es, daß sie ihre Grundschulzeit dort beenden kann. Vielleicht haben Sie ja noch Tipps für uns.
    Vielen lieben Dank für Antwort und liebe Grüße
    Monika Großhanten

  7. Dagmar Tiedge sagt:

    Sehr geehrte Frau Großhanten,
    unser Verein besteht im Wesentlichen aus Eltern “besonderer” Kinder, die den gemeinsamen Unterricht in Düsseldorf stärken und ausbauen wollen. Wir sind kein sonderpädagogisches Fachpersonal!!

    Rein rechtlich haben Sie meiner Einschätzung nach gute Chancen, Ihre Tochter weiterhin an der integrativen Schule in Ratingen weiter zu beschulen. Die momentane schulpolitische Entwicklung läutet einen zögerlichen Paradigmenwechsel ein, wonach nun nicht mehr die Eltern, sondern das Schulamt begründen muss, wenn GU abgelehnt wird. Ich bin mir auch sicher, dass das das Schulamt Klagen von Eltern gerne vermeiden möchte.
    Dennoch: Eine eindeutige Garantie für einen Platz im GU haben wir für unsere Kinder momentan noch nicht! (Auch wenn in den kommenden Jahren darauf hinaus laufen wird).

    Aus meiner eigenen Berufserfahrung als Lehrerin kann ich nur sagen, dass viel zusammen kommen muss, ehe ein Kind von der Schule abgeholt werden muss. Bzw. ich halte es gut für möglich, dass Ihre Tochter das andere Kind wahrscheinlich eher heftig geschlagen haben muss.
    Warum konnte die Integrationshelferin nicht eingreifen?

    Mir ist nicht ganz klar, welchen Tipp, Sie konkret haben wollen? Einen rechtlichen oder einen pädagogischen?

    Die Schulpolitik befindet sich momentan am Anfang eines Umbruchs: Rein faktisch haben wir im Düsseldorfer Raum an fast allen GU-Schulen Integration, nicht Inklusion. Das bedeutet, die Schulen sind zu meist darauf eingerichtet, Kindern gerecht zu werden, die nur geringfügig von der sogenannten Norm abweichen. Stärkere Abweichungen werden in fast allen Fällen auf Förderschulen beschult. Dies wird sich hoffenlich bald ändern, ist in der praktischen Umsetzung jedoch eher die Ausnahme.
    Wenn Sie wollen, können Sie mir ihr Problem und ihre damit verbundenen Fragen gerne noch präziser stellen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dagmar Tiedge

  8. anna gruiten sagt:

    Leider steht der Wunsch vieler Eltern behinderter Kinder, ihr Kind möge an einer Regelschule beschult werden, um “ganz normal” mit anderen Kindern zu lernen und sich zu entwicklen, oft vor der Wirklichkeit, dass das Kind diesen Elternwunsch gar nicht erfüllen kann. Es ist oft auf eine 1:1 – Betreuung angewiesen, auf die personelle Gewährleistung, dass Grundschullehrer und Sonderschullehrer in Doppelbesetzung unterrichten, dass besonderes Lernmaterial zur Verfügung steht in besonderen Räumen, dass in Kleingruppen gefördert wird… Verwirklicht ist dies in den Förderschulen. Diese werden nun von den Eltern abgelehnt. Ein Drama für das auf individuelle Förderung angewiesene Kind. Diese ist in der Regelschule nie möglich!

  9. Beate Lieth sagt:

    Liebe Frau Gruiten,

    ich habe Ihren Kommentar gelesen und denke, dass Sie Mutter eines wie Sie sagen “normalen” Kindes sind. Denn dann würden Sie wahrscheinlich wissen, das mit Hilfe eines Integragtionshelfers und eines guten Sonderpädagogen an einer Regelschule viel zu erreichen ist. Meine Sohn ist Autist und besucht den GU an der Astrid Lindgren Schule in Ratingen. Wir sind hier sehr zu frieden, auch wenn wir nicht aus diesem Stadtteil kommen. Es wäre nur wünschenswert, wenn die Stadt Ratingen, anstatt Stadtteilschulen wie evtl. in Lintorf zu schliessen, überlegen würde, an diesem Standort eine weiterführende Schule mit Inklusion anzubieten. Damit Kindern aus dieser Region auch mal ein wohnortsnaher Schulbesuch ermöglicht werden kann.

    Beate Lieth

  10. Weber sagt:

    Liebe Frau Tiedge,

    unser Kind besucht derzeit den GU einer GGS in SG und wir planen 2013 nach Düsseldorf zu ziehen (zu diesem Zeitpunkt findet also der Wechsel in die Sek I statt). Was ist im Bereich GU in der Sek I in Düsseldorf geplant, wie ist der jetzige Stand? Wir sind hier beim GLL aktiv und kennen nur den Stand bzw. Planungen “unsererStadt”. Über eine Auskunft würden wir uns sehr freuen! MfG
    Weber

  11. Frank sagt:

    Sehr geehrte Frau Tiedge, liebe Forenmember,
    unsere Tochter mit LB-e/s soll nach diesem Schuljahr auf eine weiterführende Schule. Wir haben uns nach Rücksprache mit den jetzigen Lehrern und Pädagogen auf eine bestimmte Hauptschule mit GU fokussiert. Auch die dortigen Lehrer und Pädagogen halten nach intensiven Gesprächen mit uns und unserer Tochter diese Schule konzeptionell für die bestmögliche Förderung und den logischen Anschluss der erfolgreichen Grundschulzeit. Seitens des Schulamtes blockt man unsere Bemühungen derzeit jedoch ab. Als einziges Kriterium wurde Wohnortnähe genannt und wir sollen warten bis wir vom Schulamt aufgefordert werden unseren Wunsch zu äussern.
    Mangels Erfahrung, unsere Frage ob Sie die Verfahrensweise bestätigen können oder welche Mittel und Wege Sie vorschlagen können, Einfluss zu nehmen und nicht auf die Willkür und den Zufall des Amtes zu warten.

    Vielen Dank und viele Grüsse

    p.s. Sind Sie telefonisch erreichbear, manches ist mündlich schneller und klärender als per Mail..

  12. Dagmar Tiedge sagt:

    Liebe Frau Weber,
    habe erst heute Ihre Mail gelesen. Für Eltern, die sich nicht nur unterstützen lassen wollen, sondern auch selbst bereit sind, sich einzubringen, bin ich natürlich besonders gerne bereit zu helfen. Bitte rufen Sie mch einfach an unter 0211/784635!
    mfG
    Dagmar Tiedge

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